
Für Maksym Krywzow (Aus: „Mittendrin“. Klak Verlag, 2026)

Für Maksym Krywzow (Aus: „Mittendrin“. Klak Verlag, 2026)
Mein neuer Gedichtband ist erschienen. Das Buch enthält 22 Gedichte von mir, zwei davon hat der Künstler Quirin Bäumler in Linol- bzw. Holzschnitt interpretiert oder illustriert. Der Titel des Bandes lautet: „Aussen. Gelände. Innen.“ Erschienen ist er bei officin albis in München, einem Verlag, der sich dem Handpressendruck verschrieben hat. Man kann das Buch bei Interesse hier bestellen: Barbara.hiebel@alphapress-albis.de. Es kostet 30 Euro. Die Bücher sind nummeriert und von Quirin und mir signiert. Mehr zu den Lesungen gibt es hier.

Ich schlafe im Fliegen
Ich schlafe schwimmend
Ich schlafe
Im Schlaf erwacht das Licht
mit seinen farbigen Schatten
blaues Moos
roter Wald
ein Sonntag im Hafen
Segelboote und Fahnen
Ich schlafe beim Picknick
unter silbernen Bäumen
Ich schlafe auf dem See in der
Wellen schwarzgrauen Linien
Im Licht unter stählernen Brücken
Im Licht an der Lichtung
Im Licht von Berthe Morisot
Im Licht von Camille Pissarro
Auf dem Weg durch den Park
eine Freundin getroffen
wie der Winter so war
Das Tappen der Bälle
unter dem Korb
Gezwitscher und Geschrei
Auf einer Parkbank
einer mit Gitarre
April Wine
Nur dieses Jahr
Nicht in Charkiw
Nachmittags spielten wir
auf dem Gelände hinter
der Neubausiedlung
da gab’s
Gebirge aus Sand
Gipfel, gesprengt
Kabel, Eimer
Holzscheite, verbrannt
solche und andere
Schätze jedweder Art
Einmal rammte einer sich
einen rostigen Nagel
in die Hand
Das war der
Preis der Freiheit
Auf Seidenpapier
geschriebene Verse
deren winzige Samen
mithilfe des Winds
ein sommerliches Feld
in ein rot schimmerndes Meer
verwandeln
Mit dem Oberpfalz Echo habe ich über Lyrik und meinen Band „Die Kunst zu fallen“ gesprochen. Hier geht es zum Gespräch.

Hundertfach den Planeten umkreist
seine staubigen Berge und Krater kartiert
um sie herum
alles dunkel und kalt
nur die Erde piepst
im Intervall
doch das Piepsen
verhallt
Vergessenes Wort
aufgeschrieben auf
verlorenem Papier
abgeheftet in einem
verschlossenen Schrank
im Keller eines
verlassenen Hauses
in einer zerstörten Stadt
hinter der
Front
Dreh dich nicht um
deine Stadt liegt
in Schutt und Asche
Diese lebendigen Wesen verstehe ich nicht
sie verweigern sich mir
wunderbare Fohlen, die dahintraben
nur springen, wenn ihnen
danach ist
Sie halten Abstand
zu meiner Unsicherheit
zu meiner Infragestellung
das liegt ihnen im Sinn
Ihr Uneigennutz ist
aus der Zeit
gefallen
auf eine freie Weide
(für Charles Racine)
„Jedenfalls, wieder hatte ein schöner Tag vergeblich begonnen, ein schöner Tag zu sein.“ (Die Stunde des Todes, Herbert Achternbusch) Mein Nachruf auf Herbert Achternbusch auf dem Literaturportal Bayern. Zum Text
Entfaltet sich im Dunkel
wenn die Flugzeuge
schweigen und die
Meteore verglüht sind
Draußen auf den Feldern
bei den Hallen und Kränen
zwischen Gleisen und Tümpeln
stellt sie ihren Nektar
im Mondlicht zur Schau