Mit verbundenen Augen
sehe ich dich an:
schwarzer Schleier Iris
undurchsichtig, verwoben
keine Haltbarkeit des Augenblicks
nur ein Blinzeln
wimpernschnell
und in falschen Farben

Negativ gewendet
hinter der Pupille
ein Abdruck
es kann nur Liebe sein
was sonst sollte es sein?

Am Rande der Stadt
die Schrebergärten
die Tankstellen
und Werkstätten
dort, im Gestrüpp
um das sich niemand
kümmert
verliert die Zeit
ihr Maß

Sie teilt sich nicht
setzt sich nicht fort
verharrt
und wartet ab
die kommenden Verbrechen

Geduldig und
siegesgewiss
hält sie an
lauert
stockt
bis die ersten
Schüsse fallen

Gehwege, weiß und glatt,
Autos sprühen Misstrauen,
die Kälte und die Stadt,

ein Mann und eine Frau
unter einem Baum, der
Knochenhände hat.

Sie schweigen sich
fremden Blickes an,
bis sie lauthals klagt:

„Wenn du es nicht weißt,
hau ab!“

In den Augen kratzt der Split,
Gehwege, weiß und glatt,
die Kälte und die Stadt.

Die ersten Flocken
stürzten in die Gischt.
Das Salz konservierte sie
wie Gezeitennahrung.
Das Meer blieb ohne Rührung.

Ziellos trieben rostige
Fischtrawler auf dem Wasser.
Ab und an kollidierten sie
mit den Wracks verschollener
Flugzeugträger aus dem Krieg.

Der Horizont wölbte sich,
bildete einen Hohlweg
aus Luft und Glas, in dem
wir die Zukunft erblickten:
das unaufhaltsame Altern der Erde.

Die Sonne warf ihr weißes Licht
an die Unterseite der Kuppel.
Zum Jahreswechsel blühten die
Kirschbäume auf der Insel,
wohin wir uns geflüchtet hatten.

Vom Ufer aus sah man junge
Männer auf einem Boot:
Sie schlugen sich gegenseitig tot.

Am Morgen versiegten alle Quellen.
Nebel senkte sich über
die flusslosen Täler,

und die Zeit tauchte ein in die
Abwässer der Natur.
Schnee über dem Meer.