Mit verbundenen Augen
sehe ich dich an:
schwarzer Schleier Iris
undurchsichtig, verwoben
keine Haltbarkeit des Augenblicks
nur ein Blinzeln
wimpernschnell
und in falschen Farben

Negativ gewendet
hinter der Pupille
ein Abdruck
es kann nur Liebe sein
was sonst sollte es sein?

Am Rande der Stadt
die Schrebergärten
die Tankstellen
und Werkstätten
dort, im Gestrüpp
um das sich niemand
kümmert
verliert die Zeit
ihr Maß

Sie teilt sich nicht
setzt sich nicht fort
verharrt
und wartet ab
die kommenden Verbrechen

Geduldig und
siegesgewiss
hält sie an
lauert
stockt
bis die ersten
Schüsse fallen

Baum an Baum an Baum,
militärisch aufgestellt,
unten das Moos
bildet Schützengräben.

Rekrutengleich marschieren
wir übers Schlachtfeld.
Im Hinterhalt
lauern Maronen.

Unterm Hochsitz leg ich dir
Küsse in den Korb.

Wie wir den Krieg gewannen.

Wenn der Süden
des Herzens
eines Tages
im Norden steht,

wenn du
nicht mehr weißt,
wo oben und
unten ist,

wenn du die
Seiten wechselst
und auf die
schiefe Bahn gerätst,

wenn du dich
umsiehst und
dein Leben nicht
mehr vor dir liegt,

wenn Kontinente
sich unter deinen
Füßen verschieben,

zeigt die Nadel dir
nur ihre eigene
Bestimmung.