Deine Schritte, meine Schritte
Fußabdrücke, Grashalme, geknickt
im Stroh ein Leib
im Wasser ein Stumpf
ein verfaulter Baum

Das Wasser ist braun
du versinkst im Sumpf
ich kann dich nicht halten
die Erde zieht und zieht
wir sinken

bis wir atmen
durch ein Schilfrohr
gemeinsam

(Assiniboine VI)

Ein junger Magier,
der den Tod
so liebt wie
das Leben:

Wie seine Finger sich
zu Gittern spannen,
als verschränkten sich
Wille und Skepsis darin.

Wie sie sich stützen
und einander beugen!
Doch wohin sie auch zeigen,
ihr Fluchtpunkt sind die Augen.

(Cesky Krumlov)

Die Erde schmeckt nicht mehr
mein Freund
kein Salz, kein Honig
kein Kraut, kein Wein

Sie zergeht nicht mehr
auf der Zunge
stecken bleibt sie im Hals

ersticken
ersticken werden wir an ihr
so sehr wir auch
schlucken
und
schlucken

(Assiniboine III.)

Am Rande der Stadt
die Schrebergärten
die Tankstellen
und Werkstätten
dort, im Gestrüpp
um das sich niemand
kümmert
verliert die Zeit
ihr Maß

Sie teilt sich nicht
setzt sich nicht fort
verharrt
und wartet ab
die kommenden Verbrechen

Geduldig und
siegesgewiss
hält sie an
lauert
stockt
bis die ersten
Schüsse fallen

Baum an Baum an Baum,
militärisch aufgestellt,
unten das Moos
bildet Schützengräben.

Rekrutengleich marschieren
wir übers Schlachtfeld.
Im Hinterhalt
lauern Maronen.

Unterm Hochsitz leg ich dir
Küsse in den Korb.

Wie wir den Krieg gewannen.

Supermärkte und Tankstellen
auf dem Weg nach Buckow.

Ein Stau und eine Trabrennbahn
auf dem Weg nach Buckow.

Spielhöllen und Möbelparadiese
auf dem Weg nach Buckow.

Windräder und Schlöte
auf dem Weg nach Buckow.

Steinhäuser und Ruinen
auf dem Weg nach Buckow.

Schienen, die ins Leere laufen,
auf dem Weg nach Buckow.

Eine Kathedrale aus Bäumen
auf dem Weg nach Buckow.

Ein Specht und ein Reh
auf dem Weg nach Buckow.

Bertolt und Helene
auf dem Weg nach Buckow.

Du und ich
auf dem Weg nach Buckow.

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