Archiv

Lose Blätter

Supermärkte und Tankstellen
auf dem Weg nach Buckow.

Ein Stau und eine Trabrennbahn
auf dem Weg nach Buckow.

Spielhöllen und Möbelparadiese
auf dem Weg nach Buckow.

Windräder und Schlöte
auf dem Weg nach Buckow.

Steinhäuser und Ruinen
auf dem Weg nach Buckow.

Schienen, die ins Leere laufen,
auf dem Weg nach Buckow.

Eine Kathedrale aus Bäumen
auf dem Weg nach Buckow.

Ein Specht und ein Reh
auf dem Weg nach Buckow.

Bertolt und Helene
auf dem Weg nach Buckow.

Du und ich
auf dem Weg nach Buckow.

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Das alte Haus des
Schneidermeisters
steht still da.

Alle Kriege haben es
verschont, es sieht zer-
schunden aus und
lange nicht bewohnt.

Die Vorhänge mit Rüschen
hängen an den Fenstern noch,
wer hat sie früher mal
gemocht und angebracht?

Spekuliert wird auch, wer
das Haus heute wohl besitzt.
In die Tür ein
Datum eingeritzt,

aus einer Zeit, die
niemals war.
So stellt es sich
Besuchern dar.

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Von Staub bedeckt steht’s im Regal,
herausgegeben vor dem Krieg,
in einem großen Buchverlag,
den es lange nicht mehr gibt.

Die Seiten sind vergilbt,
manche gehen aus dem Leim,
auf der ersten eine Widmung,
ein kleiner Binnenreim.

Dazu ein Blümlein, gefaltet im Papier.
Und ein vergessener Zeitungstext
zwischen Seite fünf und vier.

Der Preis jedoch gilt längst nicht mehr.
Mit Bleistift notiert auf Seite drei
vom Antiquar ein Euro oder zwei.

Was soll ich denn
in Marseille ohne dich?
Les rues
sont öde und grau.

Der Himmel über Toulon
war blau,
doch der Azur
quälte mich.

Steinig war
die Route de Crêtes,
müde lag ich
spät im Bett.

Der Himmel der Provence
war mir seltsam fern,
ich dacht’ nur an dich,
mein Lavendel-Stern.