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Schlagwort-Archive: Lyrik

Der Mond torkelte über den
sternenlosen Himmel, eine
Fontäne schoss grau
aus seinem Leib, er
rauchte und verformte sich
und fiel auf die Erde

Wie Gas aus einem Ballon
entwich der Staub aus ihm
als er sich auf der Straße wand

Da wussten wir, dass
wir uns einen neuen
Trabanten suchen mussten

 

Deine Schritte, meine Schritte
Fußabdrücke, Grashalme, geknickt
im Stroh ein Leib
im Wasser ein Stumpf
ein verfaulter Baum

Das Wasser ist braun
du versinkst im Sumpf
ich kann dich nicht halten
die Erde zieht
wir sinken

Am Ende atmen wir
durch ein Schilfrohr
gemeinsam

(Assiniboine VI)

Ein junger Magier,
der den Tod
so liebt wie
das Leben:

Wie seine Finger sich
zu Gittern spannen,
als verschränkten sich
Wille und Skepsis darin.

Wie sie sich stützen
und einander beugen!
Doch wohin sie auch zeigen,
ihr Fluchtpunkt sind die Augen.

(Cesky Krumlov)

Die Erde schmeckt nicht mehr
mein Freund
kein Salz, kein Honig
kein Kraut, kein Wein

Sie zergeht nicht mehr
auf der Zunge
stecken bleibt sie im Hals

ersticken
ersticken werden wir an ihr
so sehr wir auch
schlucken
und
schlucken

(Assiniboine III.)