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Schlagwort-Archive: Gedichte

Deine Schritte, meine Schritte
Fußabdrücke, Grashalme, geknickt
im Stroh ein Leib
im Wasser ein Stumpf
ein verfaulter Baum

Das Wasser ist braun
du versinkst im Sumpf
ich kann dich nicht halten
die Erde zieht
kein rettendes Ufer

Am Ende atmen wir
durch ein Schilfrohr
gemeinsam

(Assiniboine VI)

Keifender Teufel, du
hinter deiner schwarzen Maske
was versteckst du vor mir?

Ist es deine Angst
vor dem Tod
deine Angst vor
der Liebe
warum keifst du so?

Keif nur, du
ich fürchte mich nicht
ich sehe durch dich hindurch
ich sehe dahinter
und forme ein Bild
nicht aus den Details
sondern aus dem
Zusammenhang

(Assiniboine IV.)

Ein junger Magier,
der den Tod
so liebt wie
das Leben:

Wie seine Finger sich
zu Gittern spannen,
als verschränkten sich
Wille und Skepsis darin.

Wie sie sich stützen
und einander beugen!
Doch wohin sie auch zeigen,
ihr Fluchtpunkt sind die Augen.

(Cesky Krumlov)

Die Erde schmeckt nicht mehr
mein Freund
kein Salz, kein Honig
kein Kraut, kein Wein

Sie zergeht nicht mehr
auf der Zunge
stecken bleibt sie im Hals

ersticken
ersticken werden wir an ihr
so sehr wir auch
schlucken
und
schlucken

(Assiniboine III.)