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Nachtfalter

Deine Schritte, meine Schritte
Fußabdrücke, Grashalme, geknickt
im Stroh ein Leib
im Wasser ein Stumpf
ein verfaulter Baum

Das Wasser ist braun
du versinkst im Sumpf
ich kann dich nicht halten
die Erde zieht und zieht
wir sinken

bis wir atmen
durch ein Schilfrohr
gemeinsam

(Assiniboine VI)

Die Erde schmeckt nicht mehr
mein Freund
kein Salz, kein Honig
kein Kraut, kein Wein

Sie zergeht nicht mehr
auf der Zunge
stecken bleibt sie im Hals

ersticken
ersticken werden wir an ihr
so sehr wir auch
schlucken
und
schlucken

(Assiniboine III.)

Am Rande der Stadt
die Schrebergärten
die Tankstellen
und Werkstätten
dort, im Gestrüpp
um das sich niemand
kümmert
verliert die Zeit
ihr Maß

Sie teilt sich nicht
setzt sich nicht fort
verharrt
und wartet ab
die kommenden Verbrechen

Geduldig und
siegesgewiss
hält sie an
lauert
stockt
bis die ersten
Schüsse fallen