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Nachtfalter

Deine Schritte, meine Schritte
Fußabdrücke, Grashalme, geknickt
im Stroh ein Leib
im Wasser ein Stumpf
ein verfaulter Baum

Das Wasser ist braun
du versinkst im Sumpf
ich kann dich nicht halten
die Erde zieht
kein rettendes Ufer

Am Ende atmen wir
durch ein Schilfrohr
gemeinsam

(Assiniboine VI)

Keifender Teufel, du
hinter deiner schwarzen Maske
was versteckst du vor mir?

Ist es deine Angst
vor dem Tod
deine Angst vor
der Liebe
warum keifst du so?

Keif nur, du
ich fürchte mich nicht
ich sehe durch dich hindurch
ich sehe dahinter
und forme ein Bild
nicht aus den Details
sondern aus dem
Zusammenhang

(Assiniboine IV.)

Die Erde schmeckt nicht mehr
mein Freund
kein Salz, kein Honig
kein Kraut, kein Wein

Sie zergeht nicht mehr
auf der Zunge
stecken bleibt sie im Hals

ersticken
ersticken werden wir an ihr
so sehr wir auch
schlucken
und
schlucken

(Assiniboine III.)

Schlaf raubt Kraft
Wasser nimmt Schutz
Teer schenkt falschen Atem

In den Morgen Kummer fließt
Bruder schippt und schippt und schippt:
Teer bleibt haften

Bedeckt schwarz die Zeit
keine Freundschaft bleibt
Nur Teer am Spaten.

(Assiniboine I.)

Auf der Flucht
über den Fluss
dein Fuß, dein Fuß
steckt im Schlamm

Hoch am Bein
kriecht der Schlamm
er schlammt dich ein
auf der Flucht
durch den Fluss.

(Assiniboine II.)