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Amnesie

Der Fernseher läuft.
Beständig und wahr-
nehmbar. Dieses Flim-
mern.

Draußen füllt sich alles an.
Mit den Tropfen des ver-
gangenen Nachmittagsregens.
Die fallen jetzt von den
Dächern.

Da war etwas, dahinter.
Zwischendrin.

Füllt sich an mit:

Gene sind Menschen.
Nanopartikel sind Menschen.

Innen, hinter dem Bild-
schirm. In der Röhre,
außen.

Leere.
Eine Leere, die
keine Blätter füllt.
Das steht auf
keinem Blatt.

Ich hatte einen Gedanken.
Wie froh ich bin,
ihn verloren zu haben.
Hypermnesie wäre der Tod.

Ich setze mich auf das
Bett und drehe mich nicht um.

Ein Jahr auf dem Pluto dauert
zweihundertneunundvierzig
irdische Jahre. Denen,
die im Winter leben,
kann niemand vom
letzten Sommer
erzählen.
In der Jugend
fällt der erste
Schnee.
Dann wächst das Eis
über die Zeit.
Ein Erwachen
ist undenkbar,
weil man nie
eines erlebt hat.
Man fängt an
zu zweifeln,
selbst an
den Büchern
von gestern.
Der Früh-
ling
ist
un-
er
r
e
i
c
h
b
a
r
.