Schnee

Die ersten Flocken
stürzten in die Gischt.
Das Salz konservierte sie
wie Gezeitennahrung.
Das Meer blieb ohne Rührung.

Ziellos trieben rostige
Fischtrawler auf dem Wasser.
Ab und an kollidierten sie
mit den Wracks verschollener
Flugzeugträger aus dem Krieg.

Der Horizont wölbte sich,
bildete einen Hohlweg
aus Luft und Glas, in dem
wir die Zukunft erblickten:
das unaufhaltsame Altern der Erde.

Die Sonne warf ihr weißes Licht
an die Unterseite der Kuppel.
Zum Jahreswechsel blühten die
Kirschbäume auf der Insel,
wohin wir uns geflüchtet hatten.

Vom Ufer aus sah man junge
Männer auf einem Boot:
Sie schlugen sich gegenseitig tot.

Am Morgen versiegten alle Quellen.
Nebel senkte sich über
die flusslosen Täler,

und die Zeit tauchte ein in die
Abwässer der Natur.
Schnee über dem Meer.

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